Behindert der ÖV den MIV?

Von Ursula Wyss Thanei, 12. November 2019

Der Stau des motorisierten Individualverkehrs (MIV) vor geschlossenen Trambarrieren in Oberwil und Therwil soll mit der Verlängerung der Langmattstrasse der Vergangenheit angehören? Nach meiner Wahrnehmung hat der Stau im Kreisel von Oberwil zu den Hauptverkehrszeiten meist andere Gründe als die geschlossene Trambarriere etwa 200 m weiter weg. Im Therwiler Zentrum mag das anders sein, aber eine zusätzliche Querverbindung in Oberwil wird hier nicht helfen.

Sollte man sich nicht eher die grundsätzliche Frage stellen, ob der MIV nicht sich selber auf Grund seines steigenden Verkehrsaufkommens behindert? Und noch: ob der MIV nicht den ÖV mehr einschränkt als umgekehrt?

Gerade zu den Hauptverkehrszeiten müssen sich Fahrgäste auf lange Wartezeiten auf den Bus einstellen. In der Stosszeit ist kaum Verlass auf den Fahrplan, und Anschlussverbindungen können oftmals nicht erreicht werden. Ausserdem ist das Warten an den Haltestellen oft alles andere als angenehm. Ein Extremerlebnis bieten die Stationen «Neue Welt» und «Unterwart» an der 60-er Linie. Vielleicht relativiert das die vergleichsweise kurze Wartezeit im bequemen, temperierten Auto vor einer Trambarriere.

Handlungsbedarf besteht, das ist unbestritten, denn der ÖV sollte seine Fahrgäste rechtzeitig befördern können. Doch wird die teure Verlängerung von 260m Langmattstrasse nicht Teil der Lösung sein können.

Stimmen Sie deshalb NEIN zum Richtplaneintrag Langmattstrasse. Komitee Langmattstrasse-NEIN

Ursula Wyss, Landrätin